79 Stadtwerke befürworten Klimaabgabe von Gabriel

Bild: Fotolia.com, oqopo
Die Unterstützung für die Pläne von Bundeswirtschaftsminister Gabriel für eine Klimaabgabe auf konventionelle Kraftwerke wächst: Nachdem zu Beginn der Woche eine Reihe bekannter Energiewissenschaftler sich eindeutig für die zusätzliche CO2-Reduktion von 22 Mio. t aus dem Kraftwerkssektor bis zum Jahr 2020 ausgesprochen hatten, erhielt der SPD-Politiker nun Rückendeckung von gleich 79 Stadtwerken.In einem gemeinsamen Brief, der E&M Powernews vorliegt, erklärten sie, dass der Klimabeitrag eine „effektive Maßnahme sei, [um] die für 2020 gesteckten Klimaschutzziele zu erreichen und gleichzeitig die für die Energiewende notwendige Modernisierung des Kraftwerksparks voranzubringen.“ Dass es einem Umbau des fossilen Kraftwerksparks geben soll, darauf hätten sich alle Akteure der Energiewirtschaft bereits seit gut acht Jahren einstellen können – im August 2007 hat die Bundesregierung mit den sogenannten Meseberger Beschlüsse die Leitplanken für das künftige Energie- und Klimaprogramm gezogen. „Der Klimabeitrag eröffnet Chancen, den Umbau des Kraftwerks voranzutreiben“, heißt es in dem Schreiben.

Die in den zurückliegenden Tagen teilweise massiv vorgebrachte Kritik an der Klimaabgabe, betonen die Stadtwerke-Chefs, „spiegelt keinesfalls die Haltung der gesamten Energiewirtschaft wider“. In ungewohnter Schärfe positioniert sich nunmehr das Stadtwerke-Lager: „Wer die Vorschläge zum Klimabeitrag heute ablehnt, ohne adäquate alternative Lösungswege aufzuzeigen, der lehnt auch die Ziele der Energiewende ab.“

Zu den Unterzeichnern des Briefes zählen nicht nur große Kommunalversorger wie die HSE, Mainova oder die Stadtwerke München, sondern auch kleinere Unternehmen aus Städten wie Coesfeld, Moers, Bad Driburg oder Fröndenberg. Nach der Gronauer Erklärung für eine bessere KWK-Förderung und der Beibehaltung des derzeitigen 25-%-KWK-Ziels mit mehr als 130 Unterstützern mischen sich die Stadtwerke innerhalb kürzester Zeit bereits ein zweites Mal mit eigenen Akzenten in die aktuelle Energiepolitik ein.

Mit ihrer Initiative gehen die Stadtwerke, von denen eine Reihe insgesamt Milliardensummen in moderne Gas- und effiziente Kohlekraftwerke investiert haben, auf Konfrontationskurs mit dem RWE-Konzern. Auf der Hauptversammlung seines Unternehmens attackiert Vorstandschef Peter Terium am 23. April in Essen massiv die Klimaschutzpläne von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel und malte als Schreckgespenst die Gefährdung der Versorgungssicherheit an die Wand für den Fall, dass einige Braunkohlekraftwerke vom Netz genommen werden. Nachdem Teriums Vorgänger Jürgen Großmann sich den zweifelhaften Ruf eines Atomkraft-Bewahrers erwarb, ist der Niederländer Terium auf dem besten Weg, in die Rolle eines „Braunkohle-Dinos“ zu schlüpfen.

Dass sich die Stadtwerke per Brief an Gabriel wandten, ist auch als Ohrfeige an den Branchenverband BDEW zu werten. Der BDEW-Führung halten die Kommunalversorger vor, in den zurückliegenden Wochen zu sehr Rücksicht auf die RWE-Positionen genommen zu haben.

Über den Brief aus dem Stadtwerke-Lager kann sich Wirtschaftsminister Gabriel auch deshalb freuen, weil die Energie-Gewerkschaften IGBCE und Ver.di am Wochenende 25./26. April mit bis zu 15 000 Teilnehmer in Berlin gegen seine Kohlepläne protestieren wollen. Allerdings appellieren die Stadtwerke zwischen den Zeilen an Gabriel, seine aktuell restriktiven KWK-Pläne zu überdenken: „Aus unserer Sicht ist es unabdingbar, am KWK-Ausbauziel von 25 % festzuhalten.“ Bleibt abzuwarten, ob Gabriel den Stadtwerken nach ihrer unerwarteten Unterstützung für die Klimaabgabe hier entgegenkommt.

Der vorstehende Beitrag zum Thema 79 Stadtwerke befürworten Klimaabgabe von Gabriel wurde bereitgestellt von:

Energie & Management

April 23, 2015

Ralf Köpke

Tel: +49 8152 9311-0

Fax: +49 8152 9311-22

info[ @]emvg.de© 2015 E&M GmbH Alle Rechte vorbehalten

Energie & Management

Wechsel im Vorstand der Stadtwerke Düsseldorf

Bild: Fotolia.com, Gina Sanders
Manfred Abraham, Aufsichtsratsmitglied der Stadtwerke Düsseldorf AG, ist in den Vorstand des nordrhein-westfälischen Versorgers berufen worden.Abraham wird in seiner neuen Funktion für den Vertrieb des Unternehmens verantwortlich sein. Der Wechsel im Vorstand der Stadtwerke Düsseldorf folgt auf das angekündigte Ausscheiden von Vorstandsmitglied Rainer Pennekamp zum 30. September 2015 und zieht eine Umverteilung der Ressortzuständigkeiten nach sich. Pennekamp verantwortet bislang die Bereiche Personal, Vertrieb, Kundenmanagement, Recht und Wasser. Künftig wird Vorstand Hans-Günther Meier die Funktion des Arbeitsdirektors übernehmen und zudem die Bereiche Personal, Recht, Finanzen, Controlling und Einkauf führen. Abraham leitet zudem die Ressorts Kundenmanagement und IT, Wasser und Fernwärme.
Der vorstehende Beitrag zum Thema Wechsel im Vorstand der Stadtwerke Düsseldorf wurde bereitgestellt von:

Energie & Management

April 21, 2015

Andreas Kögler

Tel:+49 8152 9311-0

Fax:+49 8152 9311-22

info[@]emvg.de© 2015

E&M GmbH Alle Rechte vorbehalten

Energie & Management

Förderung für Kieler Gaskraftwerk weiter offen

Bild: Fotolia.com, XtravaganT
Die Stadt Kiel hofft weiter auf mögliche Fördermittel des Bundes für KWK-Anlagen, um ihr geplantes Gaskraftwerk realisieren zu können. Eine konkrete Förderzusage lässt aber weiter auf sich warten.Am 22. April war Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig gemeinsam mit Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer eigens zu Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel nach Berlin gereist, um Fragen einer möglichen KWK-Förderung zu erörtern. Im Anschluss an das Gespräch mit seinen Parteigenossen war Gabriel in Agenturmeldungen mit den Worten „natürlich werden wir das fördern“ zitiert worden. Daraus lasse sich aber keine Förderzusage ableiten, betonte ein Sprecher der Stadt Kiel gegenüber E&M Powernews. Dennoch sei Oberbürgermeister Kämpfer nach dem Gespräch in Berlin zuversichtlich. Er hoffe, dass noch rechtzeitig vor der nächsten Aufsichtsratssitzung der Stadtwerke Kiel AG eine Entscheidung falle.

Die Stadtwerke Kiel wollen an der Förde ein 200-MW-Gaskraftwerk mit Kraft-Wärme-Kopplung als Ersatz für einen Steinkohleblock im benachbarten Gemeinschaftskraftwerk errichten. Dem innovativen Konzept zufolge soll das neue KWK-Kraftwerk mit mehreren Gasmotoren ausgestattet werden, um den Strom- und Wärmebedarf in der Landeshauptstadt bedarfsgerecht erzeugen zu können. Die Mehrheitsgesellschafterin der Stadtwerke, die Mannheimer MVV Energie AG, will sich an den Investitionen in Höhe von rund 300 Mio. Euro aber nicht mehr mit einer notwendigen Erhöhung des Eigenkapitals beteiligen. Im Sommer 2014 hatte MVV daraufhin ihre Beteiligung von 51 % an den Stadtwerken Kiel der Landeshauptstadt zum Kauf angeboten. Die Verhandlungen zwischen der Stadt und MVV dauern laut dem Stadtsprecher weiterhin an.

Die Stadtwerke Kiel wollen indes mit dem Bau des Gaskraftwerks im kommenden Jahr beginnen und die Anlage zum 1. Oktober 2018 in Betrieb nehmen, erklärte ein Stadtwerke-Sprecher auf Nachfrage. Ende 2018 läuft dann auch die Fernwärmeoption für das gemeinsam mit Eon betriebene Kohlekraftwerk ab, wofür die Kieler Stadtwerke Ersatz benötigen.

Im Bundesumweltministerium wird derweil weiter an der Novellierung des KWK-Gesetzes gearbeitet. Dabei geht es auch um geplante Änderungen bei der KWK-Förderung. Der Bund möchte künftig vor allem Bestandsanlagen unterstützen, damit Stadtwerke auch weiterhin ihre derzeit defizitären KWK-Anlagen am Netz halten können, hatte Gabriel laut Agenturmeldungen unterstrichen. Neue Anlagen sollen in begrenztem Umfang gefördert werden. Gabriels Aussagen wecken an der Förde nun die Hoffnung dass es für das Neubau-Projekt eine Förderung geben wird, denn es handelt sich ja um den Ersatz eines Kohlekraftwerks.

Der vorstehende Beitrag zum Thema Förderung für Kieler Gaskraftwerk weiter offen wurde bereitgestellt von:

Energie & Management

April  23, 2014

Kai Eckert

Tel: +49 8152 9311-0 Fax: +49 8152 9311-22 info[ @]emvg.de© 2015

Energie & Management

13Millionen-Darlehen für die Stadtwerke München

Bild: Fotolia.com, caruso

Die DekaBank und die Bayerische Versorgungskammer haben an die Stadtwerke München ein Euro-Schuldscheindarlehen im dreistelligen Millionenbereich vergeben. Das Geld soll in erneuerbare Energien investiert werden.Über die genauen Finanzierungsbedingungen wurde Stillschweigen vereinbart, teilte die DekaBank am 22. April mit. Die Stadtwerke München (SWM) nutzen das Darlehen, um in erneuerbare Energien zu investieren. Bis 2025 wollen die Stadtwerke so viel Ökostrom in eigenen Anlagen produzieren, dass sie den Bedarf von ganz München bilanziell decken können. Damit soll die bayerische Landeshauptstadt weltweit die erste Millionenstadt sein, die dieses Ziel erreicht.

Ein erstes Etappenziel wollen die SWM am 8. Mai bei einer Podiumsdiskussion vorstellen. In Kürze wird der Energieversorger nach eigenen Angaben mit erneuerbaren Anlagen so viel Ökostrom ins Netz einspeisen, wie alle Privathaushalte, die MVG und die E-Autos in München benötigen.

Mit den ehrgeizigen Zielen der Ausbauoffensive sind die Stadt München und die Stadtwerke 2008 gestartet. Das Budget soll sich bis 2025 auf insgesamt 9 Mrd. Euro belaufen. Um die Ausbauoffensive voranzutreiben, sind die Stadtwerke mittlerweile an 21 Solaranlagen beteiligt. Zum Portfolio in München und der Region gehören zudem 13 Wasserkraftanlagen, eine Biogas- und eine Biogasaufbereitungsanlage, zwei Geothermieanlagen und eine Windkraftanlage. Auch Offshore engagieren sich die Stadtwerke München: Sie sind zum Beispiel an dem Offshore-Windpark Dan Tysk in der Nordsee sowie an dem Offshore-Windpark Gwynt y Mor in der irischen See beteiligt.

Die Stadtwerke München teilten bei der Vorstellung der Geschäftszahlen am 15. April mit, dass die Brutto-Investitionen in diesem Jahr bei insgesamt 1,35 Mrd. Euro liegen werden. Im vergangenen Jahr lagen sie bei 1,6 Mrd. Euro. Die SWM habe ihre Zukunftsprojekte für München damit fortgesetzt: den Ausbau der erneuerbaren Energien, die Erdgasgewinnung sowie die Erneuerung und den Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs und der Versorgungsinfrastruktur. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) liegt mit 366 Mio. Euro im vergangenen Geschäftsjahr um 38 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert von 404 Mio. Euro. Das Konzernergebnis nach Steuern der SWM ist von 204 Mio. Euro in 2013 auf 81 Mio. Euro im Berichtsjahr 2014 gefallen.

Der vorstehende Beitrag zum Thema 13Millionen-Darlehen für die Stadtwerke München wurde bereitgestellt von:

Energie & Management

April 22, 2015

Heidi Roider

Tel: +49 8152 9311-0

Fax: +49 8152 9311-22

info[ @]emvg.de© 2014

Energie & Management

Hohe Wertberichtigungen belasten SWU

Bild: Fotolia.com, Rynio Productions
Die Unternehmensgruppe der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm (SWU) schließt ihr Geschäftsjahr mit einem Jahresfehlbetrag von 30,4 Mio. Euro ab.Damit hat sich der Bilanzverlust der SWU-Holding sowie ihrer fünf Tochtergesellschaften erhöht. Der operative Verlust betrug im vergangenen Geschäftsjahr 97 000 Euro, teilte das Unternehmen Mitte April mit. Der Umsatz belief sich auf 476 Mio. Euro. Schon das Geschäftsjahr 2013 haben die SWU mit einem Minus von 13 Mio. Euro abgeschlossen. Im Dezember 2014 erhielt das Unternehmen eine Finanzspritze von der Stadt in Höhe von 20 Mio. Euro in Form von Genussrechtsdarlehen. Über die vergangenen Jahre haben die Städte Ulm und Neu-Ulm insgesamt Genussrechtsdarlehen in Höhe von 64 Mio. Euro zur Verfügung gestellt.

Die hohen Verluste stammen vor allem aus der Beteiligung aus Kohle- und Gaskraftwerken. Nach Angaben der SWU-Unternehmensgruppe belasten vor allem die Beteiligungen am Trianel Gaskraftwerk Hamm und dem Trianel Kohlekraftwerk Lünen. „Die schlechten Marktbedingungen sorgten für Verluste aus dem Verkauf der produzierten Strommengen dieser Kraftwerke.“

Das Gas- und Dampfturbinenkraftwerk in Hamm soll deshalb flexibler an die Marktbedingungen angepasst werden. Laut der SWU wurden bereits die nötigen Voraussetzungen geschaffen: Zum einen durch eine Einigung von Trianel mit dem Gaslieferanten Eon und zum anderem durch das Auflösen der langfristigen Stromabnahmeverträge. Der größte wirtschaftliche Unsicherheitsfaktor der SWU sei „nunmehr hauptsächlich die Beteiligung am Trianel Kohlekraftwerk“. Wie damit umgegangen werden soll, gab das Unternehmen nicht bekannt. Das Unternehmen verweist lediglich darauf, dass solche modernen Anlagen im aktuellen Strommarkt nicht wirtschaftlich betrieben werden können und fordert: „Gesicherte Kraftwerksleistungen müssen künftig im Kontext der schwankenden Erzeugung der Erneuerbaren jederzeit bereit stehen und entsprechend vergütet werden.“

Die Verzögerungen bei der Inbetriebnahme des Holzgas-Heizkraftwerks in Senden und deren Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaftlichkeit mussten 2014 mit einer einmaligen bilanziellen Wertberichtigung berücksichtigt werden, teilte das Unternehmen mit. Künftig soll es jedoch keine Verluste mehr verursachen.

Der Jahresfehlbetrag der SWU setzt sich zusammen aus:

Sondereffekte Kraftwerk Hamm – 8,3 Mio. Euro
Sondereffekte Kraftwerk Lünen – 8,3 Mio. Euro
Wertberichtigung Holzgas-Heikraftwerk Senden – 7,1 Mio. Euro
Außerordentliche Personalrückstellungen – 3,8 Mio. Euro
Auswirkungen Zinsen aus BilMoG – 2,8 Mio. Euro
Zuzüglich operativer Verlust – 0,1 Mio. Euro
Jahresfehlbetrag – 30.4 Mio. Euro

Zudem haben sich laut der SWU außerordentliche Personalrückstellungen und die Verzinsung von Rückstellungen negativ auf das Jahresergebnis ausgewirkt. Für das Ausscheiden mehrerer Führungskräfte entstehen Aufwendungen von einmalig 3,8 Mio. Euro für Abfindungen und Pensionsverpflichtungen. Sämtliche Rückstellungen der SWU müssen zudem nach dem Gesetz zur Modernisierung des Bilanzrechts (BilMoG) abgezinst werden. Bei fallendem Zinsniveau wirkt sich dieser Vorgang negativ, bei steigendem Zinsniveau positiv aus. In 2014 ergab sich hierfür eine zusätzliche Belastung von rund 2,8 Mio. Euro.

Im vergangenen Jahr hat die SWU jedoch nach eigenen Angaben mit 768 Mio. kWh die bislang höchste Strommenge an leistungsgemessene Geschäftskunden verkauft und geliefert. Dabei ist die verkaufte Strommenge über die Jahre stetig gestiegen. 2008 lag diese bei 259 Mio. kWh. Insgesamt belief sich der Stromverkauf der Gruppe auf 1,23 Mrd. kWh und der Erdgasverkauf betrug 1,23 Mrd. kWh. Die SWU hat rund 25 Mio. Euro im vergangenen Jahr investiert.

Der vorstehende Beitrag zum Thema Hohe Wertberichtigungen belasten SWU wurde bereitgestellt von:

Energie & Management

April 20, 2015

Heidi Roider

Tel: +49 8152 9311-0

Fax: +49 8152 9311-22

info[ @]emvg.de© 2015

Energie & Management

Stadtwerke München mit schwächerem Ergebnis

Bild: Fotolia.com, Rynio Productions
Die Stadtwerke München (SWM) haben im vergangenen Jahr einen Gewinn nach Steuern von 81 Mio. Euro erwirtschaftet und damit deutlich weniger als ein Jahr zuvor.„Die SWM haben das Geschäftsjahr 2014 deutlich schwächer, aber weiterhin positiv abschließen können“, teilte der Energieversorger am 15. April mit. Der Konzernumsatz ist nach den Bilanzzahlen von 6,3 Mrd. Euro im Jahr 2013 auf 6,1 Mrd. Euro im vergangenen Jahr gesunken. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) liegt mit 366 Mio. Euro im vergangenen Geschäftsjahr um 38 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert von 404 Mio. Euro. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) betrug 777 Mio. Euro im Vergleich zu 782 Mio. Euro ein Jahr zuvor.

Laut den Stadtwerken wirkten sich auf den Jahresüberschuss vor allem die niedrigen Preise an den Energiemärkten sowie die gesunkenen Zinsen negativ aus. So führten die gesunkenen Öl- und Gaspreise zu Wertberichtigungen der Feldbeteiligungen bei der SWM Tochter Bayerngas Norge. Das Konzernergebnis nach Steuern der SWM ist von 204 Mio. Euro in 2013 auf 81 Mio. Euro im Berichtsjahr 2014 gefallen. Weiterhin 100 Mio. Euro fließen laut der SWM im Rahmen der Gewinnausschüttung des Mutterunternehmens Stadtwerke München GmbH an die Landeshauptstadt München. Die Eigenkapitalquote liegt beinahe unverändert bei 49 %.

Milliarden-Investitionen für Erneuerbare und Infrastruktur

Die Brutto-Investitionen liegen mit fast 1,35 Mrd. Euro im Jahr 2014 den Unternehmensangaben nach weiterhin auf einem hohen Niveau. Ein Jahr zuvor betrugen sie 1,6 Mrd. Euro. Die SWM habe ihre Zukunftsprojekte für München damit fortgesetzt: den Ausbau der erneuerbaren Energien, die Erdgasgewinnung sowie die Erneuerung und den Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs und der Versorgungsinfrastruktur.
Bei dem Ausblick für das laufende Geschäftsjahr betont der Konzern, dass sie wirtschaftliche Lage des Münchner Unternehmens zwar nach wie vor besser sei als die vieler Wettbewerber. Aber auch bei den SWM gehen die Gewinne zurück. „Parallel dazu steigt der Investitionsaufwand u. a. für die Erneuerung der Verkehrsinfrastruktur deutlich“, so die SWM bei der Vorstellung ihrer Geschäftszahlen. Das Unternehmen habe daher ein umfangreiches Programm zur Ergebnisverbesserung aufgelegt: „Es soll durch Effizienzsteigerungen, Einsparmaßnahmen und Projektverschiebungen aktuelle Ergebnisrückgänge abfedern, aber ebenso langfristig und nachhaltig den wirtschaftlichen Erfolg der SWM sichern.“ Aufsichtsrat und Gesellschafter müssen diesem Jahresabschluss noch zustimmen.

Der vorstehende Beitrag zum Thema Stadtwerke München mit schwächerem Ergebnis wurde bereitgestellt von:

Energie & Management

April 15, 2015

Heidi Roider

Tel: +49 8152 9311-0

Fax: +49 8152 9311-22

info[ @]emvg.de© 2015

Energie & Management

Tübingen kommt beim Windkraftausbau voran

Bild: Fotolia.com, DeVIce
Die Stadtwerke Tübingen (SWT) setzen ihre Windkraft-Offensive fort: Nach der symbolischen Übernahme des Windparks Nassau in Weikersheim im Main-Tauber-Kreis Anfang des Jahres verkündete der Kommunalversorger vom Neckar jüngst den Erwerb eines weiteren Windparks in Oberkochen im schwäbischen OstalbkreisDie vier dort von der Juwi-Gruppe geplanten Nordex-Anlagen vom Typ N117/2400 mit einer Gesamtleistung von 9,6 MW sollen im November alle am Netz sein. Auch die beiden Enercon-Windturbinen im Windpark Nassau (Gesamtleistung 4,7 MW) hatte SWT von der Juwi-Gruppe erworben, die seit Ende vergangenen Jahres mehrheitlich im Besitz von MVV Energie AG ist. „Mit unserem Engagement beim Windpark Oberkochen haben wir einen Anteil von 46 Prozent an erneuerbaren Energien bezogen auf den gesamten Tübinger Stromabsatz. Damit sind wir schon jetzt auf die Zielgerade – bis 2020 50 Prozent – eingebogen“, kommentierte Ortwin Wiebecke, Sprecher der SWT-Geschäftsführung, den Kauf des neuen Windparks. Nassau und Oberkochen sind die ersten beiden Windparkprojekte, die SWT innerhalb von Baden-Württemberg übernommen hat. Alle bisherigen Beteiligungen lagen außerhalb des Ländles.

Die vier Nordex-Anlagen in Oberkochen werden auf einer Fläche des Landesbetriebs Forst-BW errichtet, die rund 700 m über dem Meeresspiegel liegt. Dank dieser exponierten Lage soll der Windpark jährlich rund 23 Mio. kWh erzeugen. Bereits Ende März hatte SWT verkündet, das Windkraft-Engagement fortzusetzen. So ist der Kommunalversorger eine Kooperation mit der in Dettingen unter Teck ansässigen W-I-N-D Energien GmbH eingegangen. Zusammen wollen beide Unternehmen einen etwa 25 MW Leistung umfassenden Windpark entlang der Bundesautobahn A7 auf der Höhe Ellenberg entwickeln. Wenn alles klappt, soll dieser Windpark noch Ende 2016 in Betrieb gehen.

Ganz zur Freude von Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer. „Autobahnen zu Windparks war ein Ziel, das mein langjähriger Freund Hermann Scheer visionär ausgegeben hat. Ich freue mich sehr, dass unsere Stadtwerke nun an einem Projekt mitwirken, dass daraus Wirklichkeit werden lässt. Ein Windpark dieser Größe ist in Baden-Württemberg wegen der langjährigen Verhinderungspolitik noch eine Seltenheit“, wird der grüne Lokalpolitiker in einer SWT-Pressemitteilung zitiert.

Der vorstehende Beitrag zum Thema Tübingen kommt beim Windkraftausbau voran wurde bereitgestellt von:

Energie & Management

April 10, 2015

Ralf Köpke

Tel:+49 8152 9311-0

Fax:+49 8152 9311-22

info[@]emvg.de© 2014

E&M GmbH Alle Rechte vorbehalten

Energie & Management

Stadtwerke Wanzleben sind verkauft

Bild: Fotolia.com, jogyx
Insolvenzverwalter Lucas F. Flöther hat den Geschäftsbetrieb an einen Investor verkauft, teilte die Kanzlei am 2. April mit. Der neue Eigentümer werde die Stadtwerke Wanzleben uneingeschränkt weiter betreiben.Der neue Eigentümer der Stadtwerke Wanzleben ist die Danpower GmbH mit Sitz in Potsdam, die deutschlandweit bereits rund 600 Energieerzeugungsanlagen betreibt und ihre Kunden mit Wärme, Strom und Kälte versorgt, teilte der Insolvenzverwalter weiter mit. Mit 84,9 % gehört die Danpower mehrheitlich zur Stadtwerke Hannover AG. „Der Verkauf ermöglicht den Stadtwerken wieder eine gute Perspektive“, sagte Flöther von der Kanzlei Flöther & Wissing. „Der Investor verfügt über exzellentes Branchen-Know-how und hat ein überzeugendes Konzept vorgelegt.“ Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Die Stadtwerke Wanzleben hatten Anfang August vergangenen Jahres Insolvenz angemeldet. Nachdem sich die Stadt Wanzleben Ende 2014 entschieden hatte, nicht weiter als Gesellschafter der Stadtwerke zur Verfügung zu stehen, musste der Insolvenzverwalter Investoren finden. „Der erfolgreiche Abschluss der Investorenverhandlungen zeigt, dass sich der Sanierungskurs und der große Einsatz der Mitarbeiter in den letzten Monaten ausgezahlt hat“, so Flöther.

Das Unternehmen wurde 1991 als Wanzlebener Wärmeversorgungsgesellschaft als Wärmelieferant im Bereich der Fern- und Nahwärme für die Stadt Wanzleben und die Region gegründet. 1996 erfolgte die Umwandlung in Stadtwerke Wanzleben GmbH als hundertprozentige Tochter der Stadt Wanzleben; zeitgleich wurde der Bauhof übernommen. Seit 1997 betrieben die Stadtwerke auch das Spaßbad in Wanzleben. Bauhof und Bürgerspaßbad werden seit Oktober 2014 wieder von der Stadt betrieben. Das Unternehmen verfügt zudem über eine eigene Biogas- und eine Solarthermieanlage.

Der vorstehende Beitrag zum Thema Stadtwerke Wanzleben sind verkauft wurde bereitgestellt von:

Energie & Management

April 02, 2015

Heidi Roider

Tel: +49 8152 9311-0

Fax: +49 8152 9311-22

info[ @]emvg.de© 2014

Energie & Management

Kreativität statt Größe

Bild: Fotolia.com, nmann77

Kleine Stadtwerke übernehmen Back-Office-Aufgaben für andere kommunale Unternehmen – ein Beispiel für dieses Geschäftsmodell im münsterländischen Rhede stellt LBD-Berater Dr. Christof Schorsch in der neuen Folge unserer E&M-Serie „Wege in die neue Welt“ vor.Was kleinen Stadtwerken an Größe fehlt, müssen sie durch Schnelligkeit und Innovation wettmachen. Dabei können sie ihre Erfahrungen mit der „Neuen Welt“ weitergeben, wie die Stadtwerke Rhede zeigen.
Rhede ist eine Mittelstadt mit 20 000 Einwohnern im Landkreis Borken. Die Kommune wirbt mit dem Slogan „Das Lächeln im Münsterland“. Und ein Lächeln steht auch auf dem Gesicht von Ronald Heinze, wenn er die Erfolge der Stadtwerke Rhede GmbH (SWR) in den vergangenen Jahren beschreibt. Nach beruflichen Stationen bei den Stadtwerken Leipzig und der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit war der promovierte Ingenieur 2004 als Geschäftsführer des kommunalen Unternehmens ins Münsterland gekommen.

Seine Hauptaufgabe war zunächst, die Stadtwerke zu modernisieren: Im Vordergrund standen dabei betriebliche Prozesse, wie technisches Sicherheitsmanagement, sowie die hochinvestive Sanierung von Netzen und Anlagen. Daneben ging es sehr schnell um den Aufbau weiterer Geschäftsfelder – von der Übernahme der städtischen Straßenbeleuchtung bis zur Entwicklung neuer Produkte.

Geschäftsführer Ronald Heinze setzt auf Erneuerbare und DienstleistungenBild: Stadtwerke Rhede
Allerdings stehe dabei, so Heinze, ein kleines Stadtwerk wie die SWR gleich mehrfach unter Druck. Mangels Masse sei die Kapitaldecke immer etwas dünn, gleichwohl müssten für den Netzausbau, der durch die Integration der Erneuerbaren erforderlich wird, hohe Investitionen gestemmt werden. Und der Gesellschafter Stadt erwarte dessen ungeachtet eine ordentliche Ausschüttung, möglichst von Jahr zu Jahr steigend. Diese engen Rahmenbedingungen seien für die Innovationsfähigkeit des Unternehmens aber durchaus förderlich.

„Wir sind gezwungen, Größe durch Schnelligkeit und Kreativität zu ersetzen“, konstatiert Heinze. „Eine andere Chance haben wir nicht, wenn wir uns gegen die großen Spieler im Markt behaupten wollen“. Die Unternehmenskultur verlange deshalb auch von den Mitarbeitern Schnelligkeit und Ideen, um anderen Versorgern in der Region möglichst immer eine Nasenlänge voraus zu sein. Veränderungen sollten als Chance und nicht primär als Bedrohung wahrgenommen werden, rät der Geschäftsführer.
Frühzeitig haben die SWR deshalb auch auf ein ökologisches Profil gesetzt: 2006 mit dem Bau einer kleinen (50 kW) Wasserkraftanlage in Rhede-Krechting, ab 2008 mit eigenen Windkraftanlagen in Thüringen sowie dem Einsatz von KWK- und Photovoltaik-Anlagen.

Weil das Münsterland sehr stark agrarisch geprägt ist, gibt es in der Region neben Photovoltaik auch viel Biogas. Folglich haben sich die SWR 2010 daran gemacht, Biogas so aufzubereiten, dass es ins Erdgasnetz eingespeist werden kann.
Sonnenwächter-Software bundesweit im Angebot

Schon 2011 erfolgte die Markteinführung des Sonnenwächters, einer Software zur Überwachung von PV-Anlagen und zum Einstieg in Smart-Home-Lösungen. Das Innovative daran sei, dass die Messung der PV-Daten direkt am Zähler erfolge mit Übermittlung und Verarbeitung der abrechnungsrelevanten Einspeisemengen der jeweiligen Anlage. Bisher gebe es kein vergleichbares System auf dem Markt. Den Sonnenwächter haben die Stadtwerke selbst entwickelt und suchen jetzt bundesweit nach Vertriebspartnern.

Einen großen Schritt für die Weiterentwicklung des Leistungsprofils bedeutete für die SWR das Angebot von Back-Office-Dienstleistungen für andere kommunale Versorger. Als erster Auftraggeber wurden die Stadtwerke Lage (bei Bielefeld) gewonnen. Das Unternehmen wollte seinen Kunden neben Gas und Wasser auch ein Stromprodukt anbieten und brauchte dafür Unterstützung.

Ein Jahr später kam nach einer Ausschreibung die Energieversorgung Bad Bentheim als Kunde hinzu. Dieses Unternehmen wurde gegründet, um vor Ort eine eigenständige Strom- und Gasversorgung aufzubauen. Aufgabe der SWR in Bad Bentheim und Lage war und ist, den Partnern als Back-Office-Dienstleister einen schlanken Start in ihr neues Versorgungsgeschäft zu ermöglichen und kostengünstig die wesentlichen Energiemarktprozesse abzudecken.

Die Arbeitsteilung ist klar: Die vertriebliche Ansprache der Kunden (Front-Office) und die Vertriebssteuerung verbleiben beim Auftraggeber. Die SWR decken als Dienstleister Back-Office-Prozesse ab: vor allem Energiebeschaffung, Portfolio-, Bilanzkreis- und Risikomanagement, Energiedatenmanagement, Lieferantenwechsel und Marktkommunikation, Abrechnung und Forderungsmanagement, Reporting, Unterstützung bei der Produkt- und Preisentwicklung sowie Kundenservice.

Für die Zukunft rechnet Geschäftsführer Heinze bei vielen Stadtwerken mit Rückgängen im Kerngeschäft. Als Ursachen dafür sieht er im Münsterland den intensiven Wettbewerb und die zunehmende Eigenversorgung im ländlichen Raum. Back-Office-Leistungen für andere Stadtwerke seien deshalb für die SWR ein interessantes Zusatzgeschäft. Zum einen als zuverlässige Einnahmequelle, zum anderen aber auch, weil sie sicherstellten, dass die vorhandene Mannschaft dauerhaft ausgelastet ist.

Transfer von Know-how als Geschäftsmodell

Als weitere Möglichkeit für Dienstleistungen sieht Heinze, kleine Stadtwerke auf ihrem Energiewendeweg zu unterstützen. Denn auch andernorts werde über den Aufbau einer eigenen erneuerbaren Energieerzeugung nachgedacht, und kleine lokale Versorger könnten partnerschaftlich vom Erfahrungsvorsprung ihrer Kollegen in Rhede profitieren.

Insgesamt erkennt der SWR-Geschäftsführer in der Region Münsterland ein großes Potenzial sowohl für Kooperationen mit weiteren Werken als auch für den Ausbau der dezentralen Eigenversorgung mit Photovoltaik, KWK und Windkraft. Die zunehmende Umsetzung der Energiewende werde das Leistungsprofil der Versorger verändern, ist er sich sicher. Weil kleinen Stadtwerken und Neugründungen in der Regel Know-how für komplexe, technikbasierte Prozesse der Neuen Welt fehle, könnten weitere neue Geschäftsmodelle für die SWR entstehen.

Der kommunale Versorger in Rhede will jedenfalls sein Profil als Dienstleister erweitern. Auch auf Gebiete, die bislang nicht Kerngeschäft von Versorgern sind, wie beispielsweise das Verlegen von Glasfasernetzen, wo die SWR sehr aktiv und seit 2015 obendrein Anbieter für Telekommunikation und Internetdienste sind.Erklärtes Ziel ist zudem, die Kooperation mit Stadtwerken nicht nur regional auszubauen, sondern auch deutschlandweit Werke zu finden, die mit Back-Office-Leistungen unterstützt werden können. Die Herausforderung für die SWR dabei dürfte sein, den optimalen Zeitpunkt für personelles Wachstum zu finden, das unumgänglich wird, weil sich sonst die gewählte Umsetzungsgeschwindigkeit nicht durchhalten lässt.

Vor allem aber wollen die Stadtwerke Rhede weiter schnell und kreativ sein sowie auf neue Chancen im Markt – wie den Trend zur Eigenversorgung – setzen. Heinze sieht selbst diese Entwicklung in einem größeren Zusammenhang. Die zunehmende Eigenversorgung sei durchaus sinnvoll, weil so mehr erneuerbarer Strom erzeugt werden könne und weniger Kohle und Gas importiert werden müsse. Das mache die Volkswirtschaft robuster – auch im Münsterland.

* Dr. Christof Schorsch, Prokurist, LBD-Beratungsgesellschaft mbH, Berlin

Der vorstehende Beitrag zum Thema Kreativität statt Größe wurde bereitgestellt von:

Energie & Management

März 31, 2014

Redaktion

Tel: +49 8152 9311-0 Fax: +49 8152 9311-22 info[ @]emvg.de© 2014

E&M GmbH Alle Rechte vorbehalten

Energie & Management

Windturbinen wie Kraftwerke managen

Bild: Fotolia.com, DeVIce
Mit ihrem neuen Betriebsführungs-Konzept will die Enertrag Windstrom GmbH den Betrieb von Windturbinen so optimieren, dass diese problemlos Regelenergie liefern können. Als Kunden stehen bei dem Unternehmen insbesondere Stadtwerke im Fokus.Wer bei der diesjährigen E-World in Essen aufmerksam durch die Hallen ging, suchte sie vergebens: Unternehmen, die originär aus der Windbranche stammen. Zu den ganz wenigen Ausnahmen in der Ausstellerschar zählte die Enertrag Windstrom GmbH. „Wir sind ganz bewusst nach Essen gegangen, denn hier sind unsere Kunden“, freute sich Geschäftsführer Dietrich Pals über das Quasi-Alleinstellungsmerkmal.

Über die angestammte Wind-Klientel hinaus sieht Pals vor allem im Kreise von Energieversorgern und Stadtwerken neue Kunden: „Diese Unternehmen investieren aus den verschiedensten Gründen, teils politisch getrieben, teils aus Überzeugung, in die Windenergie. Es entstehen dort aus angestammten Strukturen heraus Bereiche für die erneuerbaren Energien. Hier sind Know-how und Erfahrung gefragt, um mit eigenen Ressourcen recht zügig zum Erfolg zu kommen und die eigenen erneuerbaren virtuellen Kraftwerke ertragsoptimiert zu betreiben.“ Etwas anderes, so Pals, seien die Energieversorger bei ihren konventionellen Kraftwerken nicht gewohnt. Seine Philosophie bringt der studierte Elektrotechniker so auf den Punkt: „Wir müssen umdenken und Windturbinen wie Kraftwerke managen. Das gehört einfach zum Erwachsenwerden der Windenergie dazu.“

Höhere Erträge durch professionelles Management

Seit gut anderthalb Jahrzehnten arbeitet Pals in der Windbranche. Für GE Wind Energy begann er am Standort im südemsländischen Salzbergen das Service-Geschäft neu auszurichten. Später war Pals bei der Schweizer BKW Energie AG verantwortlich für ihr Windgeschäft in Deutschland und beriet im Anschluss daran regionale Energieversorger und Stadtwerke beim Aufbau ihres erneuerbaren Portfolios, bevor er 2014 zur Enertrag-Gruppe in die Uckermark wechselte. Gegründet 1992 hat sich das Unternehmen aus Brandenburg zu den führenden Projektentwicklern in der deutschen Windbranche entwickelt, zusammen mit den Auslandsstandorten stehen mittlerweile über 400 Mitarbeiter auf der Lohnliste.Bereits im vergangenen Jahrzehnt hat Enertrag begonnen, sich breiter aufzustellen. So übernahmen die Uckermärker beispielsweise vor Jahren die Service-Teams von Windturbinenhersteller DeWind, um so herstellerunabhängig Service- und Wartungsarbeiten anbieten zu können. „Das Ziel von Enertrag ist, als Kraftwerksbetreiber sämtliche Leistungen im Portfolio zu haben, die zum effektiven Betrieb unabdingbar sind“, so Pals.

 

Dietrich Pals (Mitte): “Wir sind Kraftwerker”
Bild: Enertrag, Steffen Herre

Das jüngste Kind bei dieser Diversifikation ist die Enertrag WindStrom GmbH, ein Gemeinschaftsunternehmen mit der WindStrom-Gruppe aus dem niedersächsischen Edemissen östlich von Hannover. Bei Enertrag Windstrom, das sind sozusagen die zusammengelegten Betriebsführungs-Abteilungen beider Windgesellschaften, umfasst die Belegschaft fast 100 Köpfe.
Das Unternehmensziel umschreibt Pals mit dem Slogan „Betriebsführung 2.0“: „Es ist wirklich möglich, mit einem professionellen Management höhere Erträge in einem Windpark zu erzielen. Wir sehen es als unser Geschäftsziel, dieses Know-how in den Markt zu bringen, quasi als Lotse für Stadtwerke, um deren eigene Ressourcen im regionalen Bereich schneller und professioneller aufbauen zu können“ – was angesichts sinkender Vergütungen für die Kilowattstunde Windstrom für die Betreiber auch unverzichtbar ist.

Enertrag selbst managt derzeit rund 1 000 MW Windkraft-Leistung

Die Enertrag Windstrom GmbH hat mehr als 1 400 Windturbinen mit einer Leistung von aktuell 985 MW in der technischen und kaufmännischen Betriebsführung, was der Leistung eines ziemlich großen Kohlekraftwerkes entspricht. Das Gros davon entfällt mit 578 MW auf Enertrag-eigene Windparks, womit die Uckermärker hierzulande zu den größten unabhängigen Windstromerzeugern zählen.

Auf jeden Fall haben sich Enertrag und WindStrom, die auch Windkraft-Projekte mit zusammen gut 600 MW entwickelt hat, ihr Know-how bei der Betriebsführung in den vergangenen Jahren erarbeitet. Dietrich Pals setzt bei der „Betriebsführung 2.0“ insbesondere auf eine zustandsorientierte Instandhaltung der Windturbinen und auf lückenlose Überwachung im Minutentakt: „Wichtig ist, dass wir nicht erst reagieren, wenn ein Schaden aufgetreten ist, sondern alles im Vorhinein tun, damit Anlagen möglichst niemals ungeplant ausfallen. Wenn wir mit unserem Kraftwerk eines Tages Regelenergie anbieten wollen, ist dies die Mindestvoraussetzung dazu.“

Die Instrumente dafür sind bekannt: Angefangen von einer Online-Überwachung des Antriebsstrangs, über eine Lebensdauer-Optimierung wichtiger Bauteile bis hin zu einem schnellen Zugriff auf ein internes Engineering. „Das alles lässt sich abrunden mit Vorschlägen von uns zu bestehenden Servicekonzepten“, erläutert Pals. Auch wenn viele Windturbinen es heute bereits auf technische Verfügbarkeiten von 98 % und mehr bringen, gebe es bei einer „Reihe von Mühlen noch viel Luft nach oben, die energetische Verfügbarkeit und die laufenden Kosten zu optimieren.“ Hohe energetische Verfügbarkeitsquoten fielen nicht vom Himmel: „Das ist vergleichbar mit einem Kraftwerk, dessen Betrieb rund um die Uhr optimiert wird.“

Enertrag WindStrom bietet seine Betriebsführungs-Dienste sowohl als Rundum-Sorglos-Pakete wie auch als einzelne Bausteine an. Die Vertragsmodelle seien individuell in Inhalt und Laufzeit konfigurierbar, sagt Geschäftsführer Pals: „Wir sind da sehr flexibel und reagieren auf den konkreten Bedarf.“ Ihm ist es wichtig, nicht nur die angestammten Windpark-Betreiber „schlauer“ zu machen, sondern auch die Stadtwerke, die neu ins Windgeschäft einsteigen: „Hier sehen wir einen hohen Wissensbedarf, den wir wie ein Lotse begleiten und unterstützen, um die Strukturen vor Ort aufzubauen. Wir sehen vor allem die Stadtwerke als Partner für die Energiewende.“

Für die Windpark-Betreiber sieht Dietrich Pals eine neue Ära anbrechen: „Wir müssen uns klarmachen, dass wir nicht nur mehr Ökostrom-Erzeuger sind, sondern Kraftwerker, die virtuelle, dezentrale Kraftwerke führen, die eines Tages für Regelenergie zur Verfügung stehen und irgendwann auch mal schwarzstartfähig sind.“Klicken Sie bitte hier für ein Probeabo von E&M powernews.

Der vorstehende Beitrag zum Thema Windturbinen wie Kraftwerke managen wurde bereitgestellt von:

Energie & Management

März 30, 2015

Ralf Köpke

Tel: +49 8152 9311-0

Fax: +49 8152 9311-22

info[ @]emvg.de© 2014 E&M GmbH Alle Rechte vorbehalten

Energie & Management