Neuer Anlauf für Wasserkraft in Bayern

Bild: Fotolia.com, colluceo

Wasserkraftwerksunternehmen haben die Initiative „Wasserkraft – Ja bitte!“ gestartet. Außerdem kündigte das bayerische Umweltministerium an, einen neuen Wasserkrafterlass erarbeiten zu wollen. Der Strombedarf wird nach Zahlen des Verbands der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft (VBEW) in Bayern auch künftig jährlich rund 90 TWh betragen. Der maximale Bedarf an Leistung, der rund um die Uhr zur Verfügung stehen muss, beziffert der Verband auf 12,5 GW. Damit werde es nach dem Abschalten aller bayerischen Kernkraftwerke eine Deckungslücke von 40 TWh und eine Kapazitätslücke von mindestens 5 GW geben. Der VBEW fordert daher endlich Entscheidungen seitens der Politik, sagte VBEW-Vorsitzender Wolfgang Brandl am 10. Februar in München.

Der VBEW stellte gemeinsam mit der österreichischen Verbund AG – die mit Tochtergesellschaften in Deutschland aktiv ist – und der Rhein-Main-Donau AG mit Sitz in München die neue Initiative „Wasserkraft – Ja bitte!“ vor und nahm Stellung zum beendeten Energiedialog in Bayern.

Brandl sagte, dass der Energiedialog zwar ein richtiger Schritt gewesen sei, aber ein nicht hinreichender. Es seien noch zu viele Fragen offen: Wie könne es beispielsweise gelingen, dem Neubau von Gaskraftwerken in Bayern zu verwirklichen, wenn schon bestehende Gaskraftwerke unrentabel sind? Oder wie könne sich Bayern eines Abtransports von Windstrom aus Nord- und Mitteldeutschland verweigern, obwohl auch Bayern Photovoltaikstrom exportiert? „Für die Auflösung solcher Widersprüche liegt der Ball im Spielfeld der Politik“, sagte Brandl und forderte ein schlüssiges Gesamtkonzept, auf das sich die Branche verlassen könne. VBEW-Geschäftsführer Detlef Fischer fügte hinzu, dass Investitionen in der Energiewirtschaft schließlich auf Jahrzehnte angelegt seien. „Was uns deshalb besonders schmerzt, sind die ständigen Veränderungen der Rahmenbedingungen.“

Die bayerische Energiewirtschaft tritt nach Aussagen des VBEW für einen ausgewogenen Standort-Mix ein. An einem sinnvollen Ausbau der Strom- und Gasnetze auf allen Spannungsebenen und Druckstufen werde man aber in keiner Variante vorbeikommen. Der schönste Strom aus Wind und Sonne nütze schließlich nichts, wenn er nicht gebraucht werde und von der Netzinfrastruktur nicht weitergeleitet werden könne. In diesem Zusammenhang müssten die Erneuerbaren stärker in die Pflicht genommen werden, den Strom bedarfsgerechter zur Verfügung zu stellen. Zudem plädiert der VBEW dafür, sich mehr auf die Systemintegration der Erneuerbaren zu konzentrieren. Im Schnitt würden jährlich ein Drittel des
Stromverbrauchs zwar bereits von erneuerbaren Energien gedeckt, bei der Mobilität und den Gebäudewärmebedarf würden aber weiterhin die fossilen Brennstoffe dominieren. Hier müssten ehrgeizigere Ziele definiert
werden, so der VBEW-Vorsitzende Brandl: „Wir müssen die
Verbrauchssektoren Strom, Wärme und Mobilität auf der Grundlage
erneuerbarer Energien besser miteinander vernetzen.“

Initiative will Bevölkerung über Wasserkraft aufklären

Zu den Erneuerbaren gehöre auch die Wasserkraft, betonte Albrecht
Schleich, Vorstand der Rhein-Main-Donau AG: „Die große Bedeutung der
regenerativen Wasserkraft muss in unserer erneuerbaren Energiewelt in
Bayern noch viel stärker in das Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit gerückt werden.“ Um die Vorteile der Wasserkraft, aber auch deren Auswirkungen auf die Natur besser in der Öffentlichkeit zu kommunizieren, wurde nun die Initiative „Wasserkraft – Ja bitte!“ ins
Leben gerufen. Schleich: „Jede Energieform hat negative Begleiteffekte,
dazu stehen wir.“ Jedoch würden mit ökologischen Optimierungsmaßnahmen an den Wasserkraftwerk-Standorten weiterhin erhebliche Verbesserungen für die Umwelt erreicht, ergänzte Michael Amerer, Geschäftsführer der Verbund Innkraftwerke sowie der Verbund Grenzkraftwerke.

Unternehmen, die sich bereits an der Initiative beteiligen, sind unter anderem die Bayerischen Elektrizitätswerke aus Augsburg, die Eon Kraftwerke mit Sitz in Landshaut, die Münchner Rhein-Main-Donau AG, die Verbund AG mit Sitz in Wien, SÜC Energie und H2O aus Coburg, die Verbund Innkraftwerke mit Sitz in Töging sowie die Grenzkraftwerke aus Simbach.

Zufällig hat die Staatsregierung fast zeitgleich angekündigt, dass der im
Frühjahr 2013 auf Eis gelegte Entwurf des Umweltministeriums für einen
Wasserkrafterlass endgültig ad acta gelegt wird. Das hat die Deutsche
Presse-Agentur (dpa) am 9. Februar berichtet und verweist als Quelle auf
das Wirtschaftsministerium. Es soll nun einen neuen Anlauf geben, so
eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums. Man habe zuerst den
Abschluss des Energiedialogs abwarten wollen, sagte die Sprecherin laut
dpa weiter. Der frühere Umweltminister Marcel Huber (CSU) hatte die
Vorarbeiten an einen Entwurf ein halbes Jahr vor der Landtagswahl 2013
eingestellt. Grund waren Streitigkeiten von Naturschützern und Fischern
mit Kommunen und Wasserwerksbetreibern über mögliche Umweltschäden. Das Energiekonzept der Staatsregierung aus dem Jahr 2011 sah vor, die Produktion bayerischen Wasserstroms bis 2021 um etwa 15 % auf 14,5 Mrd. KWh im Jahr zu steigern.

Weitere Informationen finden Sie unter wasserkraft-ja-bitte.com.

Der vorstehende Beitrag zum Thema Wasserkraft in Bayern wurde bereitgestellt von:

Energie & Management

Februar 10, 2015

Heidi Roider

Tel: +49 8152 9311-0

Fax: +49 8152 9311-22

info[ @]emvg.de© 2014

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