GGEW übernimmt Windpool-Management

Bild: Fotolia.com, nmann77

Der Energieversorger GGEW AG im südhessischen Bensheim hat die Windpool Verwaltungs GmbH und damit die Geschäftsführung eines großen kommunal bestimmten Windkraft-Portfolios mit gut 70 MW Erzeugungsleistung an Land übernommen. „Im Vordergrund der Energiewende steht erst einmal die Aufgabe, erneuerbare Erzeugungsleistung aufzubauen“, sagt Peter Müller. „Und da müssen wir als Stadtwerke aufholen“, so der Vorstand der GGEW AG in Bensheim.

Eine Möglichkeit für kommunale Unternehmen, beim regenerativen Ausbau voranzukommen ist, schlüsselfertige Windparks zu kaufen. Diesen Weg haben mehr als 20 kommunale Stadtwerke, regionale Energieversorger und Energiegenossenschaften vorwiegend aus Südwestdeutschland in den letzten Jahren gemeinsam über die Windpool GmbH & Co. KG beschritten.

Peter Müller sieht den Aufbau erneuerbarer Erzeugungskapazitäten als derzeit vordringliche Aufgabe
Bild GGEW

Größter Gesellschafter des Gemeinschaftsunternehmens ist die GGEW AG, weitere Anteilseigner sind unter anderem die Technischen Werke Ludwigshafen sowie Stadtwerke aus Baden-Baden, Esslingen, Karlsruhe und Tübingen.

Professionell von Geschäftsführern mit Finanzmarkterfahrung gemanagt, hat Windpool von 2010 bis 2013 für die Stadtwerke-Gruppe ein Portfolio von 30 Windkraftanlagen in ganz Deutschland mit einer installierten Leistung von 71,7 MW aufgebaut. Die Windpool-Gesellschafter brachten dafür 40 Mio. Euro Eigenkapital auf, die Investitionssumme lag bei gut 150 Mio. Euro. Für die GGEW AG ist die Windpool-Beteiligung „am größten unabhängigen, rein kommunal bestimmten Windkraft-Portfolio“, wie Müller betont, „ein großer Schritt“ auf dem Weg in die erneuerbare Energiewelt.

Die Windpool Verwaltungs GmbH ist geschäftsführend für den Betrieb des Anlagenpools tätig. Die GGEW AG hat diese Gesellschaft Ende 2014 zu 100 Prozent und damit federführend übernommen. Zum Kaufpreis für die Betriebsgesellschaft will sich Müller zwar nicht äußern, doch „wir sind froh, eine rein kommunale Lösung für alle Teilhaber gefunden zu haben“, sagt er. „So konnte verhindert werden, dass ein unbekannter privater Investor bei der Windpool Verwaltungs GmbH einsteigt“, erklärt der GGEW-Chef einen der Hintergründe des Engagements. Geschäftsführer der Verwaltungsgesellschaft ist seit Ende 2014 Florian Grob, Leiter erneuerbare Energien bei der GGEW.

Regeneratives Portfolio bis 2020 verdoppeln

Die Bensheimer setzen bei ihrem Ausbau der regenerativen Stromerzeugung jedoch nicht nur auf Windpool, sondern beteiligen sich deutschlandweit an Anlagen − ob im Bau oder bereits fertiggestellt. Zudem entwickeln sie auch eigene Projekte – mit Vorliebe auf den umliegenden Mittelgebirgshöhen in Hessen, in der Pfalz oder in Baden-Württemberg, wie Müller erklärt. „Wir haben schon vor Jahren die richtigen unternehmensstrategischen Weichenstellungen vorgenommen und ganz bewusst nicht in Kohle- oder Gaskraftwerke investiert, sondern in die Zukunft“, erklärt der Vorstandschef.

Das eigene Portfolio der GGEW umfasst bereits 20 Windenergieanlagen mit einer Leistung von 50 MW. Insgesamt hat der südhessische Versorger bislang rund 100 Mio. Euro in die regenerative Erzeugung investiert – nicht nur in Windkraft, sondern auch in 2 MW Photovoltaikleistung. Bereits seit 1999 erhalten GGEW-Kunden über die erste eigene Solaranlage ökologisch erzeugten Strom. „Bis 2020 werden wir 200 Millionen Euro in erneuerbare Energien investieren und unser Portfolio verdoppeln“, umreißt Müller das Ziel für die nächsten Jahre.

Die GGEW AG ist ein Versorger im Eigentum mehrerer südhessischer Kommunen. Das Unternehmen betreibt Strom-, Gas- sowie Wassernetze und versorgt 140 000 Kunden in seinem Netzgebiet sowie deutschlandweit mit Energie. Der Energievertrieb sei weiter „eine ganz wichtige Säule des Unternehmens“, bekräftigt Vorstandschef Müller. Mit fast 250 Mio. Euro Umsatz zählt sich die GGEW zum Kreis der mittleren Regionalversorger und zu den 40 größten kommunalen Unternehmen in Deutschland.

Die GGEW erzeugt landesweit erneuerbaren Strom aus Windkraft
Bild: GGEW

Der vorstehende Beitrag zum ThemaWest-Berlin bald ohne Freileitungen wurde bereitgestellt von:

Energie & Management

Februar 03, 2015

Peter Focht

Tel:+49 8152 9311-0

Fax:+49 8152 9311-22 info[@]emvg.de© 2014

E&M GmbH Alle Rechte vorbehalten

Energie & Management

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s