Rund ein Viertel der Grundversorger senken Preise

Bild: Fotolia.com, Mirko

Mehr als 200 Grundversorger, darunter viele Stadtwerke, werden ihre Preise zum Jahreswechsel um durchschnittlich 2,3 Prozent senken. Damit wird Strom für Haushaltskunden erstmals seit Jahren wieder etwas günstiger. Den Spitzenplatz im Preiskarussell der vergangenen Wochen hat ein Kommunalversorger für sich entschieden: Die Stadtwerke Amberg senken ihre Preise um 9,26 Prozent, wenn man die Preise auf Grundlage eines Durchschnittsverbrauchs von 5 000 kWh/Jahr heranzieht. Das hat das Vergleichsportal Check24 auf Basis von Daten der Get AG errechnet. Dahinter folgen die Stadtwerke Achim und die Stadtwerke Bad Neustadt an der Saale. Auch große Stadtwerke wie München, Aachen, Düsseldorf oder Versorger wie EnBW und enviaM sind unter denen, die zum 1. Januar 2015 sinkende Kosten an ihre Endverbraucher weitergeben. Nicht wenige Stromversorger geben einen ähnlichen Grund für Preissenkungen an wie die Amberger. Auf der einen Seite konnten sie die Beschaffungskosten reduzieren und auf der anderen Seite profitieren sie unter anderem von reduzierten Netzentgelten. Im Netzgebiet der Stadtwerke Amberg fielen die Entgelte laut Unternehmensangaben für Tarifabnahmestellen um 0,20 Ct/kWh. Kombiniert mit den insgesamt geringeren staatlichen Abgaben und Umlagen ergibt sich so für das nächste Jahr eine „Reduktion des Arbeitspreises um 0,38 Ct/kWh brutto”. Damit nicht genug: „Wir freuen uns, dass wir aufgrund gesunkener Beschaffungskosten und der ebenfalls gesunkenen Strompreisbestandteile eine Senkung des Arbeitspreises zum 1. Januar 2015 von brutto 0,89 Ct/kWh ankündigen können“, sagt Thomas Reiß, Abteilungsleiter Energiehandel & Vertrieb der Stadtwerke Amberg Versorgungs GmbH.

Ökostromanbieter senken die Preise ebenfalls

Auch die unabhängigen Ökostromanbieter bieten zum Teil niedrigere Preise an. LichtBlick konnte jüngst die zweite Preissenkung in Folge verkünden und geht nun mit einem Arbeitspreis von 26,44 Ct/kWh auf Kundenfang. Der Versorger ist damit unter den klassischen Grünstromern, die seit Beginn der Liberalisierung tätig sind, der preiswerteste Anbieter. Einen deutlichen Sprung nach vorne unter den günstigsten Anbietern hat Greenpeace Energy gemacht: Hatte die bundesweit größte deutsche Energie-Genossenschaft die teuersten Preise im Portfolio, so können sich Kunden über eine Preissenkung von einem Cent auf 26,65 Ct/kWh freuen. Erst Anfang Dezember wird die Naturstrom ihre neuen Preise bekanntgeben: Wie zu hören ist, können Bestandskunden ab dem 1. März nächsten Jahres mit niedrigeren Tarifen rechnen. Dagegen bleiben bei den Elektrizitätswerken Schönau die Strompreise für Privatkunden unverändert. Die vor allem im Südwesten gestiegenen Netzentgelte hätten eine Preissenkung verhindert, heißt es im Südschwarzwald. Unter den grünen Newcomern werden die Grünstromwerke ihre Preise im Schnitt um 0,5 Ct/kWh senken, was sich insbesondere auf die von dem Unternehmen angebotenen Regionaltarife positiv auswirkt. Die Preissenkung ist beachtenswert, da die Grünstromwerke 25 Prozent Solarstrom in ihren Mix integrieren.

Preisanpassungen 2015 Bild: Get AG

Insgesamt haben zum bevorstehenden Jahreswechsel laut der Datenbank der Get AG 207 Unternehmen in der Grundversorgung durchschnittliche Preissenkungen von 2,3 Prozent angekündigt. Die Marktanalysten gehen dabei von Haushaltskunden mit einem Jahresverbrauch von 3 500 kWh aus. Damit senkt rund ein Viertel der Grundversorger die Preise, nur 13 Unternehmen in der Grundversorgung werden ihre Preise um durchschnittlich drei Prozent erhöhen. Verbraucherschützer sehen darin bereits eine Trendwende und fordern weitere Preissenkungen in der Grundversorgung. Eine von ihnen in Auftrag gegegebene Studie habe vor allem für die Grundversorgung durchaus beachtliche Margensteigerungen ergeben, argumentiert beispielsweise die Verbraucherzentrale NRW. „Die Grundversorgung ist kein Tarif wie jeder andere, sondern dient auch im geöffneten Strommarkt noch der staatlichen Daseinsvorsorge“, sagt Wolfgang Schuldzinski, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW. Die Preise müssten deshalb möglichst günstig sein und sich an den entstehenden Kosten orientieren.

Endgültige Netzentgelte stehen noch nicht fest

Der BDEW verwehrt sich, bereits von einer Signalwirkung zu sprechen. „Es ist zu früh, aus den bislang bekanntgewordenen Strompreissenkungen bereits einen allgemeinen Trend abzuleiten“, sagt Hildegard Müller, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. Es gebe schließlich rund 1 200 Stromversorger in Deutschland und die Mehrzahl habe keine Preisänderungen zum Jahreswechsel bekanntgegeben. „Von flächendeckenden Preissenkungen können wir auf Basis unserer Daten leider nicht sprechen“, sagt auch Jan Lengerke, Mitglied der Geschäftsleitung bei Verivox. Der BDEW betont, dass der Strompreis von vielen Faktoren beeinflusst werde und stark von der jeweiligen Situation des Unternehmens abhängig sei. Trotz der gesunkenen Beschaffungskosten muss in vielen Regionen aufgrund des steigenden Ausbaubedarfs der Netze beispielsweise mit weiter steigenden Netzentgelten gerechnet werden.“ Dies könnte dazu führen, dass die in der Vergangenheit niedrigeren Strompreise am Handelsmarkt „lediglich ausgeglichen oder sogar überkompensiert werden“, so Müller. Das Energieberatungsunternehmen Ispex sieht in den regional sehr unterschiedlichen Netzentgelten ebenfalls eine wichtige Stellschraube, die für „die Höhe der Strompreise an Bedeutung gewinnen wird“ und damit auch die Preise für Endverbraucher beeinflussen werde. Der BDEW rechnet damit, dass künftig in vielen Regionen die Netzentgelte aufgrund des erforderlichen Aus- und Umbaus der Verteil- und Übertragungsnetze eher steigen als fallen werden. Wie sich das auf den Strompreis für den Endkunden auswirke, müsse sich jedoch zeigen. Am 21. November hat auch RWE Strompreissenkungen angekündigt, aber keine Tarife bekanntgegeben. Der Konzern will die endgültigen Netzentgelte abwarten. Nach der Erfahrung der Get AG ist da auch noch mit nachträglichen Korrekturen bis Jahresende zu rechnen, da die Preisblätter der Netzbetreiber vom 15. Oktober mit dem Vermerk Vorbehalt gekennzeichnet wurden. Laut dem Unternehmen gab es beim letzten Jahreswechsel bei rund der Hälfte der Netzbetreiber noch einmal Korrekturen.

Der vorstehende Beitrag zum Thema Ziele für erneuerbare Energien in Europa wurde bereitgestellt von:

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Oktober 6, 2014

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