Steag wird zum Stadtwerk

Bild: Fotolia.com, nmann77
 
Das Stadtwerke-Konsortium Rhein-Ruhr übernimmt den Essener Energieversorger Steag vollständig. Der Kaufvertrag für 49 Prozent Anteile, die noch vom Industriekonzern Evonik gehalten werden, wurde am 29. August unterzeichnet.
Die Kommunale Beteiligungsgesellschaft (KSBG) der Energieversorger aus Duisburg, Dortmund, Bochum, Essen, Oberhausen und Dinslaken erwirbt für 570 Mio. Euro 49 Prozent des Steinkohleverstromers und Energiedienstleisters Steag. Bereits 2011 hatten die Stadtwerke für 650 Mio. Euro 51 Prozent an der früheren Ruhrkohle-Tochter übernommen. Der Steag-Kauf kostet die kommunalen Unternehmen damit insgesamt gut 1,2 Mrd. Euro. Der Abschluss des Geschäfts wird für 5. September erwartet.

„Das Stadtwerke-Konsortium nutzt die aktuell günstige Situation auf dem Kapitalmarkt und übt die vertraglich vereinbarte Call-Option zum Erwerb der ausstehenden 49 Prozent zum jetzigen Zeitpunkt aus“, erklärte Bernd Wilmert, Chef der Stadtwerke Bochum und Vorsitzender der Geschäftsführung der KSBG. Mit jedem Jahr, das die Stadtwerke noch abgewartet hätten, wäre die Übernahme um einen zweistelligen Millionenbetrag teurer geworden. Als alleiniger Eigentümer habe das Konsortium bessere Gestaltungsmöglichkeiten zur Weiterentwicklung des Unternehmens.

Schon das bisherige Engagement hat sich für die kommunalen Gesellschafter gelohnt. „Die Beteiligung an der Steag hat sich als profitabel erwiesen“, sagte Guntram Pehlke, Vorstandsvorsitzender der Dortmunder Stadtwerke AG sowie Aufsichtsratsvorsitzender der Steag, nach der Vertragsunterzeichnung Ende August. Erwartungen der Stadtwerke seien durch die bisherigen Ausschüttungen übertroffen worden.

Die KSBG wird in diesem Jahr voraussichtlich 35 Mio. Euro an die Gesellschafter ausschütten, im letzten Jahr waren es 25 Mio. Euro. Die Steag ist als Betreiber von acht konventionellen Kraftwerken in Deutschland zwar auch vom Strompreisverfall durch immer mehr erneuerbare Energie betroffen, doch das Unternehmen lieferte offenbar zuletzt dennoch solide Ergebnisse.

Konventionelle Erzeugung erneuerbar erweitern

Die Steag will ihr Erzeugungsportfolio erweitern. Bislang betreibt das Unternehmen insgesamt elf Kraftwerke sowie über 200 dezentrale Anlagen mit gut 10 000 MW Erzeugungskapazität, davon rund 8 500 MW in Deutschland. Insbesondere die erneuerbare Stromproduktion soll ausgebaut, der Erzeugungsmix dadurch diversifiziert werden. Ziel in Deutschland sei ferner, den Kraftwerkspark auch unter den veränderten Rahmenbedingungen der Energiewende wettbewerbsfähig zu betreiben und die Handelskompetenz auszubauen.

Außerdem soll sich das Unternehmen weiter als kommunale Erzeugungs-, Handels- und Dienstleistungsplattform etablieren und das Geschäft mit Industriekunden sowie in kommunalen Kooperationen entwickeln.

International will die Steag am weltweit wachsenden Markt für konventionelle und erneuerbare Energien teilhaben und ihren Marktanteil bei Dienstleistungen entlang der Energieerzeugung ausweiten. Vor allem das internationale Kraftwerksgeschäft – die Steag betreibt drei Anlagen in Kolumbien, in der Türkei und auf den Philippinen − war in den Gesellschafterkommunen im Zug der Diskussion über den Kauf der weiteren Anteile kritisch hinterfragt worden.

Die kommunalen Gesellschafter sind außerdem auf der Suche nach weiteren Partnern für die Steag. „Nach der vollständigen Übernahme werden wir nun die Suche nach Partnern fortsetzen, mit denen wir die Beteiligung weiterentwickeln können“, erklärte Aufsichtsratschef Pehlke. Die Partnersuche soll jetzt vordringliche in Angriff genommen werden, heißt es von Gesellschafterseite.

An der KSBG halten die Stadtwerke Duisburg AG 19 Prozent, die Dortmunder Energie- und Wasserversorgung GmbH (DEW21) und die Dortmunder Stadtwerke AG (DSW21) je 18 Prozent, die Stadtwerke Bochum GmbH 18 Prozent, die Stadtwerke Essen AG 15 Prozent sowie die Energieversorgung Oberhausen AG (evo) und die Stadtwerke Dinslaken GmbH jeweils 6 Prozent.

 

Der vorstehende Beitrag zum Thema Steag wurde bereitgestellt von 

August 29, 2014

Peter Focht

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